Marc Manu

Marc Manu beim Didgeridoo-Veredeln

Das das Didgeridoo in mein Leben getreten ist, kann ich mit guten Gewissen, Schicksal nennen. Es veränderte mein leben von Grund auf. Schon seit meiner Kindheit war ich auf der Suche nach einem Instrument welches mein innerstes berühren würde. Mit 6 hatte ich eine Gitarre meines damaligen besten Freundes (Michael Berzewski, der ein wirklich guter Gitarrist wurde), in den Händen. Es gab mir nicht wirklich viel und das war es dann auch erstmal für einige Jahre.

Eben dieser Freund nahm mich mit in seinen Übungsraum. Ich war etwa 12. "Oh ein Schlagzeug" sagte ich. Wie cool , sofort setzte ich mich ran und spielte einfach drauf los. Ihr könnt euch vorstellen wie das klang. Ich übte fortan zweimal die Woche, mit einigen Fortschritten. Als es aber daran ging mit allen Extremitäten jeweils einen anderen Takt zu spielen, verlor ich das Interesse. Außerdem traten die Mädchen immer mehr in mein Bewusstsein. Über all die Jahre bis 1999 hatte ich immer wieder das eine oder andere Instrument in den Händen, sei es eine Panflöte, Trompete, Saxophon, Maultrommel (die ich jetzt wieder entdeckt habe und auch spiele). nichts zog mich in seinen Bann.

Zum Ende des Jahres 1999 lebte ich noch im Umland von Hannover. Einige Monate bevor ich zurück nach Berlin zog, besuchte ich zu meinem Glück nach langer Zeit einen Kumpel in Steinhude. In seinem Wohnzimmer, in einer Ecke stehend entdeckte ich ein Didge. Es war aus Bambus. Ich kannte dieses Instrument schon aus meiner Kindheit. Ich war schon immer ein sehr aufgeweckter Bursche und las damals "Was ist Was " Bücher. Den Sound habe ich schon bei einigen Dokumentationen über Australien, die ich schon als Kind sah gehört und fand ihn auch schon immer toll. Das Leben hat mir aber nie eine Gelegenheit geboten, das Didge schon früher zu probieren. Bin auch ehrlich gesagt nie darauf gekommen, gezielt danach zu suchen.

Marc Manu und Simon Mullumby

Es erschien mir auch viel zu schwer das spielen zu erlernen. Nun stand das Ding bei meinem Kumpel in der Ecke. Natürlich hatte ich es gleich an mich genommen, bevor ich fragen konnte. Das holte ich selbstverständlich umgehend nach. Er sagte na klar darf ich und das er auch nur lediglich den Grundton spielen könne. Also dann dachte ich, nur keine Scheu. ich denke ihr wisst was dann so alles folgte. Vom kurzen pusten und sich dann erst mal biegen vor lachen, bis zum taub werden der Lippen war alles dabei. Aber zu meinem eigenem Erstaunen hatte ich ziemlich schnell raus, wie man da ein Ton raus bekommt.

Ich war schon mal angejuckt wie wir hier in Berlin sagen. Dennoch vergingen wieder drei Jahre, ohne das ich ein Didgeridoo in die Hände bekam.2002 habe ich mich von meiner Freundin getrennt und mein Selbsterhaltungstrieb der dann immer einsetzt, befahl mir auf die Ssuche nach Ablenkung zu gehen. Nie suchte ich mir dann eine andere Frau, nein mal war es ein Motorrad, mal eine neue Wohnung und so weiter. Diesesmal fiel mir das Didgeridoo ein und Ebay. Ich ersteigerte ein BambusDidgeridoo und übte, das sich meiner neuen Freundin die Haare zu Berge standen. Infiziert nervte ich bald mein ganzen Bekanntenkreis. Einer von ihnen, der Ingo Scholl war es, er erzählte mir von einem Didgeridoo-Festival in der Zitadelle Spandau. Wow dachte ich, da gibt es wohl mehr Leute die das Ding spielen.

Wir fuhren also 2003 zum Festival und es hat mich echt umgehauen, das war was völlig neues für mich und ich liebte es von der ersten Sekunde. Am Abend beschloss ich mir ein Eukalyptus-Didgeridoo zu kaufen, obwohl es eigentlich nicht ging. Ich habe sehr schnell begriffen, das ich mit dem Bambus-Didgeridoo nicht auf Dauer glücklich werde. Nach langer Suche und Preisvergleiche (war auch platt von den Preisen) kaufte ich ein "F" bei Mel aus Amsterdam. ich brachte es umgehend nach Hause. Ihr werdet es nicht glauben aber ich war mit mein Motorrad unterwegs und diese Fahrt werde ich auch nie vergessen, das könnt ihr glauben. Das Ding war ja 1 Meter 70 lang. Als wir wieder beim Festival ankamen war gerade Si von Wild Marmalade auf der Bühne. Es dauerte genau 10 Sekunden und ich war eins mit seiner Musik. Nach 30 Sekunden schrie ich nur noch, dass ich das auch lernen will. Von diesem Tage an kann ich nicht mehr ohne Didgeridoo leben. Ich gestehe ich bin süchtig.

Es erfüllt mein Leben zutiefst. Ich nahm zwei Stunden Unterricht bei Mark Miethe, was auch toll war. Aber wie immer, ich bin als Autodidakt veranlagt und ich übte weiter für mich allein. Ich kaufte mir eine CD von Ansgar Stein (Big Bam Boo, sehr zu empfehlen) und versuchte mitzuspielen und zu ergründen wie er die Töne wohl produziert.

 

Didgeridoo-Spiel auf dem Austria Didge Festival

Dann lernte ich Alex Blau kennen und abermals veränderte sich mein Leben. Beim Festival 2004 in der Ufa-Fabrik war ich schon ein Teil des Dream Time Teams. An diesem Wochenende beschloss ich, Musiker zu werden und mich nur noch der Musik zu widmen. Das habe ich dann auch umgesetzt. Nun da ich weitere Didgeridoos bei Ebay ersteigerte und ich immer enttäuscht wurde, dachte ich mir, ich baue die Dinger selber.

Zu meinem Glück lernte ich Holger Dürby von Zehldidge kennen, einer der besten Didgeridoobauer die ich neben dem besten (Walter Strasser) kenne. Ihm schlug ich ein Handel vor das ich eines bei ihm kaufe und dafür zeigt er mir wie man Didgeridoos baut. Beim Didgeridoo-Festival 2005 in der Kulturbrauerei hatte ich meine erste Kollektion dabei und konnte 3 von 5 verkaufen. Schon einige andere Didgeridoos hatte ich bei Ebay versteigert. Alle waren hoch zufrieden und das ist mir sehr wichtig da ich ja weiß, wie es ist wenn man sich auf ein Didgeridoo freut und dann klingt das Ding wie ein Mülleimer beim ausleeren.

Das größte was mir aber wiederfahren ist das ich Si kennenlernen durfte und das.....aber das muß ich euch erzählen, irgendwie bin ich darauf mega stolz. vor Si`s Auftritt am 16.8.2005 habe ich ihn Backstage angesprochen und gefragt ob wir uns kurz unterhalten könnten. Sure war seine Antwort.

Ich fragte ihn ob er meine Email erhalten hatte und so weiter. Ich erzählte ihm das er dafür verantwortlich sei, das ich dem Didgeridoo verfallen bin, das mich seine Musik inspirierte. Nach einer kurzen Weile fragte Si wem denn das Didgeridoo gehöre welches seitlich hinter ihm stand. Er meinte mein Bühnen-Didgeridoo. Ja ich trete schon seit knapp einem Jahr auch schon auf, ich war auch bei der Eröffnungsfeier des Olympiastadions dabei. Nun denn, ich hob schüchtern meine Hand und sagte ihm, das das Didgeridoo mir gehöre und das ich es selber hergestellt habe. Zu meinem Erstaunen fragte er mich ob er mal spielen dürfe, es würde ihm gefallen.

Marc spielt Didgeridoo

Was sollte ich da sagen, natürlich erwiderte ich und das es mir eine Ehre und Freude ist das Si auf mein Didgeridoo spielen will. Er spielte nur zwei drei kurze Takte zwei drei Tootingtöne und ich konnte in seinen Augen sehen was in ihm vorging. Das sind Momente die man nie vergisst. Er spielte nochmals ein kurzes Stück und dann erzählte er mir was ihm passiert war: Seine Didgeridoos wurden alle gestohlen, als er aus Amerika nach Paris per Flugzeug kam.

Das Schlimmste aber war das auch sein Didgeridoo, welches er von den Aborigines bekam weg sei und das er speziell ein Didgeridoo suche was so klingt wie sein gestohlenes Kroko-Didgeridoo. Nachdem er einige Didgeridooläden abgeklappert hatte fand er wohl drei vier die ähnlich klangen, aber viel zu teuer waren.

Nun sagte er steht er hier in Berlin, mit dem Didgeridoo in der Hand welches genau, aber auch genau so klingt wie das schwarz rote KrokoDidgeridoo. Ich überlegte nicht lange und sagte ihm das er es als ein Geschenk von einem Fan sehen solle. Er wollte es nicht glauben und ich musste ihn echt davon überzeugen das mir das ernst war. Wir lagen uns dann ein bis zwei mal in den Armen. Ich brachte ihn und Mad nach dem Konzert noch zum Flugplatz und werde diesen Abend wohl nie wieder vergessen.

Didgeridoo Baum